Auf Wachstumskurs in Ungarn

Balluff-Elektronika Kft im ungarischen Veszprém ist neben Chengdu einer der beiden großen Produktionsstandorte der Unternehmensgruppe. Balluff fertigt in dem Werk mehr als 3,6 Millionen Produkte pro Jahr und erweitert die Kapazitäten konsequent.

In der ungarischen 60 000-Einwohner-Stadt Veszprém schreibt Balluff eine ganz beson­dere Erfolgsgeschichte. Die Stadt liegt anderthalb Autostunden südwestlich von Budapest in unmittelbarer Nähe zum Plattensee (ungarisch Balaton). Hier wächst nicht nur Wein, sondern seit 1989 auf Initiative des damaligen Technischen Geschäftsführers Ernst Gass auch Balluff Ungarn.

Balluff geht seinen eigenen Weg

Ernst Gass ist in Ungarn aufgewachsen und trug mit seinem Wissen über das Land entscheidend dazu bei, dass der Standort ein Erfolg wurde. „Die Gründung war ein mutiger Schritt“, sagt der ehemalige Balluff Geschäftsführer Michael Unger, der ebenfalls am Aufbau des Standortes Veszprém beteiligt war. „Während viele Wettbewerber ihre Produktionen nach Asien verlegten, sind wir noch vor Ende des Ost-West-Konfliktes nach Ungarn gegangen, weil uns das hohe Niveau der technischen Ausbildung überzeugt hat.“

Ursprünglich mit 13 Mitarbeitern unter der Leitung von Arpád Melles gestartet, beschäftigt Balluff Ungarn mittlerweile mehr als 900 Menschen. Acht Prozent von diesen arbeiten in der Forschung und Entwicklung, rund 92 Prozent in der Fertigung und fertigungsun­terstützenden Bereichen. In nunmehr 32 Jahren hat der Standort mit Arpád Melles und seinem Nachfolger Tamás Ötvös erst zwei Geschäftsführer gehabt, ein Ausdruck der großen Kontinuität.

Erfolgreicher Start

„Die Produktion in Veszprém begann mit Spulen für Näherungsschalter. Wir haben damals mit einem Wickelautomaten (Kinomat) und einer Handwickelmaschine gearbeitet“, erinnert sich Unger. „Zweimal pro Monat fuhr ein Kleintransporter von Ungarn mit den fertigen Teilen nach Neuhausen und brachte neues Material wieder zurück.“ Schnell war klar, dass Veszprém ein Erfolgsmodell war. Bereits im November 1989 betonte Ernst Gass: „Mit unseren ungarischen Mitarbeitern haben wir eine Stütze, die für das Gesamtunternehmen Balluff wichtig ist.“

Mit unseren ungarischen Mitarbeitern haben wir eine Stütze, die für das Gesamtunternehmen Balluff wichtig ist.

Ernst Gass, ehemaliger Technischer Geschäftsführer von Balluff

Ein Jubiläumsfest für das Team und die ganze Familie

25 Jahre später feierte Balluff Ungar diese Erfolgsgeschichte mit einem großen Jubiläumsfest. Die Feier im Jahr 2014 begeisterte Mitarbeiter und ihre Familien ebenso wie Michael Unger. Der erinnert sich immer gern an die Termine in Veszprém. „Das waren tolle Familien- und Teamevents! Beispielsweise gab eine Segelregatta auf dem Plattensee, ein hart geführtes Fußballturnier oder auch mal ein eindrucksvolles Feuerwerk zum Abschluss.“

Produktions- und Entwicklungszentrum und noch mehr

Heute ist Veszprém das größte Produktionszentrum der Unternehmensgruppe und spezialisiert auf die Fertigung von den meisten unserer Balluff-Produkte und der Bestückung von Leiterplatten. Zudem ist Veszprém die zweitgrößte Entwicklungsbasis von Balluff nach dem Stammsitz in Deutschland. Mehr als 30 Patente stammen aus dem Balluff Innovation Management in Veszprém. Darüber hinaus ist der Standort Teil des weltweiten Einkaufs, IT und Qualitätsmanagement Netzwerkes von Balluff. 

Das Werk hat eine Grundstücksfläche von fast 60 000 m² und eine Gebäudefläche von 22 400 m², 11 820 m² davon entfallen auf den Produktionsbereich und das Lager. „Balluff Veszprém fertigt Sensoren mit unterschiedlichen Wirkprinzipien, beispielsweise für Wegmessungen und Objekterkennungen“, sagt Tamás Ötvös, Geschäftsführer Balluff Ungarn. „Außerdem stellen wir dazu passende Netzwerk- und Verbindungstechnik her. Das hat für unsere Kunden den Vorteil, dass sie komplette Systeme für ihre eigene Fertigung passgenau und aus einem Guss bekommen.“

Lösungen – innovativ und elegant

Gegenwärtig produziert Balluff in Ungarn den Industrial RFID Schreib-/Lesekopf BIS VM, der 2015 mit dem renommierten Designpreis reddot award ausgezeichnet wurde sowie IO-Link-Lösungen. Mit diesen bietet Balluff die erste weltweit standardisierte IO-Technologie, die es ermöglicht, vom Sensor bis zur Steuerung über alle Ebenen zu kommunizieren.

In Ungarn entstehen pro Jahr mehr als 3 600 000 Produkte. „Im Monat fertigen wir 290 000 Sensoren und weitere Artikel. Aufgrund der hohen Nachfrage sind wir allerdings dabei, die Kapazitäten auszubauen. Denn die Gesamtauslastung lag in den vergangenen Monaten bei 105 Prozent, in bestimmten Produktionsbereichen sogar bei 120 Prozent“, sagt Tamás Ötvös, Geschäftsführer Balluff Ungarn.

Im Monat fertigen wir 290 000 Sensoren und weitere Artikel. Aufgrund der hohen Nach-frage sind wir allerdings dabei, die Kapazitäten auszubauen.

Tamás Ötvös, Geschäftsführer Balluff Ungarn

Begehrter Arbeitgeber in Ungarn

„Balluff bietet wichtige Eigenschaften, die das Unternehmen in Ungarn zu einem begehrten Arbeitgeber machen“, sagt Krisztian Szavel, Personalleiter Balluff Ungarn. „Die Mitarbeiter erwarten in ihrem Beruf Fairness und Respekt und den versuchen wir zu vermitteln. Die positive Arbeitskultur ist ein Grund, warum Mitarbeiter gerne bei Balluff arbeiten und dem Management kommt dabei eine Schlüsselrolle zu.“ Zu dem guten Ruf trug auch die Verlagerung von Arbeitsplätzen aus Veszprém in die strukturschwache Region Csetény im März 2019. Unter anderem für diese mutige Entscheidung erhielt Michael Unger 2019 in Budapest den ungarischen Wirtschaftspreis.

 

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