Die vielen Rollen der Sabrina Veil

Seit mehr als 20 Jahren ist Sabrina Veil bei Balluff. Sie weiß, was es heißt, in neue Rollen hineinzuwachsen – egal ob in ihrem Job als Logistik-Spezialistin am Stammsitz im schwäbischen Neuhausen oder in ihrem privaten Umfeld, wenn es in die 5. Jahreszeit geht.

Es gibt Menschen, bei denen man unwillkürlich die Augenbrauen anerkennend hebt, wenn man ihre Geschichte hört. Sabrina Veil ist so ein Mensch. Sie ist tief in der Region Neuhausen auf den Fildern verwurzelt, sie ist mit zwei eigenen Kindern und drei Pflegekindern ein ausgeprägter Familienmensch, sie ist eine absolute Faschings-Närrin, und sie geht seit mehr als 20 Jahren ihren Weg bei Balluff. Diese Reihenfolge ist willkürlich gewählt, denn die 41-Jährige tut das alles mit vollem Einsatz und großer Überzeugung.

In der Fertigung und der Logistik zu Hause

Bei Balluff begonnen hat alles mit dem Bestücken und Verlöten von Platinen unter dem Mikroskop. Das war nach einem Einstiegspraktikum Sabrina Veils erste Tätigkeit bei Balluff im Jahr 2000. Heute – mehr als 20 Jahre später – sitzt sie nicht mehr an der Produktionslinie im Bereich Mikroelektronik und fertigt Sensoren, heute sitzt sie im Leitstand der Logistik- und Versandabteilung und sorgt dafür, dass Balluff Produkte schnell und sicher an Kunden in der ganzen Welt ausgeliefert werden. Gemeinsam mit vier Kollegen und ihrem Bereichsleiter Oliver Maier, koordiniert sie die Versandlogistik und ist mitverantwortlich dafür, dass täglich rund 2.000 Paketsendungen ihren Weg zu den Balluff Kunden in den mehr als 94 Ländern dieser Welt finden.

100 Jahre Balluff: Interview Sabrina Veil

1,3 Millionen Teile allein im Jahr 2021

Insgesamt 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in der Logistik im Zwei-Schicht-Betrieb tätig, aufgeteilt in Picker, Staplerfahrer und Kommissionierer. Die allermeisten Bestellungen aus dem Balluff Online-Shop sowie die Aufträge des weltweiten Vertriebsteams landen an einem der neun Kommissionierplätze. Beschickt werden diese Plätze über ein Fließband, auf dem die Teile aus dem vollautomatischen und dem manuellen Hochregallager sowie einem Schnelldreherlager landen. An den Kommissionierplätzen werden die Bestellungen versandfertig gemacht, also gewogen und mit einem Lieferschein versehen, fachgerecht verpackt, adressiert, auf der richtige Versandpalette abgelegt und an der Verladerampe zur Abholung durch Speditionen, Post- und Kurierdienste bereitgestellt. 1,3 Millionen bestellte Teile, Sabrina Veil spricht von Picks, sind allein im laufenden Jahr 2021 schon durch die Versandabteilung gelaufen.

100 Jahre Balluff: Interview Sabrina Veil

Teil des Ganzen

Erst wenn sich das Rolltor oder die Container-Tür auf dem Lkw schließt, endet auch Veils Aufgabenbereich. Diese ganze Prozesskette überblickt sie in ihrem Leitstand. „Vom Einspielen der Bestellung in unser Versandsystem bis zum verladebereiten Paket oder Päckchen sind es viele Schritte, da müssen viele Zahnräder reibungslos ineinandergreifen“, weiß Veil. „Dabei kommt mir sehr zu Hilfe, dass ich als Kommissionierin selbst zehn Jahre ein Zahnrädchen in diesem System war – und übrigens auch noch heute bin“, sagt Veil mit einem Lachen.

„Es macht mich einfach unheimlich stolz, wenn ich abends hier herauslaufe und weiß, dass ich ein Teil von dem Ganzen hier bin“, sagt sie und zeigt in Richtung Logistikabteilung. „Genau das ist es, was mich jeden Tag so sehr motiviert und antreibt.“ Ihr Chef Oliver Maier, Bereichsleiter Warenlogistik bei Balluff, weiß, dass er sich auf seine Kollegin verlassen kann: „Sabrina ist eine total engagierte Mitarbeiterin. Sie bringt sich ein und sie ist mit ihrer Erfahrung da, wenn es irgendwo klemmt. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund und legt den Daumen auch mal richtig in die Wunde. Das schätzen wir so sehr an ihr.“ Und dann ergänzt er: „Auch privat ist sie voll im Einsatz. Und es ist bewundernswert, wie sie das alles unter einen Hut bringt…“

„Abends heraus gehen und wissen, man ist Teil des Ganzen.“

Sabrina Veil, Leitstandmitarbeiterin Balluff Logistik

Schafe in der fünften Jahreszeit

An dieser Stelle kommt ein weiteres Gesicht der Sabrina Veil ins Spiel: das der Fasnet- und Karnevals-Närrin. Ein Gesicht, das in der Holzschnitz-Maske in Form eines Schafes am besten zum Ausdruck kommt. Veil ist in der Maskengruppe Bossa-Schof aktiv und das schon seit 17 Jahren. Die Maskengruppe ist eine von 15 Maskengruppen, die mit ihren Anzügen, ‚Häs‘ genannt, an Umzügen und Veranstaltungen rund um die schwäbisch alemannische Fastnacht teilnehmen. Die als ‚fünfte Jahreszeit‘ bezeichnete Fasnets-Saison beginnt für die Maskengruppen meist gleich nach dem Jahreswechsel. Es wäre nicht die Sache von Sabrina Veil, hier nur als Gruppenmitglied dabei zu sein. „Ich möchte Verantwortung übernehmen und aktiv mitgestalten“, sagt sie. Nicht verwunderlich also, dass sie Gruppenleiterin bei Bossa-Schof ist und als Trainerin Kinder an die Welt der Fasnets-Masken und Brauchtumstänze heranführt. Und weil der Narrenbund Neuhausen e.V. nicht nur eine Fasnets-, sondern auch eine karnevalistische Tradition hat, ist Sabrina Veil auch im Ordensrat des Narrenbundes tätig. Mit ihrem Mann Thomas war sie 2008/2009 sogar amtierendes Prinzenpaar in Neuhausen.

100 Jahre Balluff: Interview Sabrina Veil

Organisationstalent auch in der Freizeit

In der heißen Phase der Faschingszeit füllt ihr Hobby die Wochenenden und das Familienleben fast vollständig aus. Ihre Maskengruppe nimmt in der fünften Jahreszeit nahezu jedes Wochenende an ein oder zwei Umzügen teil. Veil: „Das heißt für mich, Busse organisieren, die Mannschaft zusammenstellen, die Aufstellung im Umzug einteilen und während den Veranstaltungen darauf achten, dass das Häs jedes Gruppenmitglieds den Regeln entspricht.“ Deshalb ist sie auch sehr froh darüber, dass auch ihr Mann, ihre beiden Töchter sowie ihre drei Pflegekinder ebenfalls begeistert in der Fasnet und im Karneval aktiv sind.

Engagement und Einsatz

Was sich nach sehr viel Arbeit und Stress anhört, ist für Sabrina Veil freudige Berufung: „Ich bin ein sehr extrovertierter Mensch und bringe mich gerne in der Gesellschaft ein – egal ob in der Arbeit oder beim Hobby. Bei vielem, was ich tue, kommt mir zugute, dass ich gerne strukturiert und organisiert arbeite. Das ist es auch, was mir bei Balluff hilft.“ In allem, was Sabrina Veil in den 20 Jahren bei Balluff getan hat, war immer Begeisterung, Konzentration, Einsatz und Überzeugung im Spiel. „Balluff hat mir so viel ermöglicht und immer an mich geglaubt – egal, in welcher Rolle ich tätig war. Das rechne ich meinen Kolleginnen und Kollegen sehr hoch an und das gebe ich sehr gerne mit Engagement und Einsatz zurück.“

Sie wird die 5. Jahreszeit genannt und beschreibt das Faschingstreiben im südwestdeutschen Raum und Teilen Schweiz. Charakteristisch ist die meist vollständige Vermummung der Teilnehmer mit Kostümen und teils aufwändig geschnitzten Gesichtsmasken. Die Fasnet darf nicht mit dem rheinischen Karneval gleichgesetzt werden.

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